Hintergrund und Zielsetzung: Nivolumab ist ein Immun-Checkpoint-Inhibitor mit hoher Affinität zum programmierten Todesprotein-1 (PD-1) auf der Oberfläche von T-Zellen und stellt durch Bindung die antitumorale Immunantwort der T-Zellen wieder her. Es wurde eine retrospektive Analyse der Wirksamkeit und Sicherheit von Nivolumab bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) durchgeführt, die nach platinhaltiger Chemotherapie eine Krankheitsprogression oder Unverträglichkeit zeigten. Methode: Daten von 30 NSCLC-Patienten, die zwischen Januar 2016 und April 2019 im Shanghai Thorax Krankenhaus mit Nivolumab behandelt wurden, wurden erhoben und Nebenwirkungen während der Behandlung dokumentiert. Die Behandlung erfolgte durch intravenöse Infusion von Nivolumab mit einer Dosierung von 3 mg/kg über 60 Minuten alle zwei Wochen bis zum Fortschreiten der Erkrankung oder untragbarer Toxizität. Ergebnisse: Alle Nebenwirkungen wurden gemäß den Common Terminology Criteria for Adverse Events (CTCAE) Version 4.0 bewertet. Von 30 Patienten berichteten 25 über mindestens ein mit dem Medikament verbundenes unerwünschtes Ereignis, darunter Müdigkeit, Hautausschlag und Anämie, wobei Müdigkeit (50 %) am häufigsten auftrat. Drei Patienten erlitten unerwünschte Ereignisse Grad 3: Müdigkeit, Anämie und erhöhte Gesamtbilirubinwerte. Es traten keine Grad 4- bis 5-Ereignisse oder therapiebedingte Todesfälle auf. Die meisten medikamentenbedingten Nebenwirkungen waren geringfügig (Grad 1-2) und erforderten keine spezielle Behandlung; einige Patienten entwickelten Hyperthyreose und interstitielle Pneumonitis, die sich nach symptomatischer Behandlung besserten. Schlussfolgerung: Nivolumab ist als Zweitlinientherapie bei fortgeschrittenem NSCLC gut verträglich und zeichnet sich durch eine hohe Sicherheit aus.