Hormonrezeptor-positiver (hormone receptor, HR) positiver (HR+)/humaner epidermaler Wachstumsfaktor-Rezeptor 2 (human epidermal growth factor receptor 2, HER2) negativer (HER2-) Brustkrebs ist der am häufigsten vorkommende Subtyp von Brustkrebs. Die endokrine Therapie ist die zentrale Behandlungsmethode. In den letzten Jahren hat sich das Behandlungskonzept zu einem integrierten Managementmodell entwickelt, das auf "Endokrine Basis-Therapie und zielgerichtete Kombination als Ergänzung" beruht. Dieser Artikel fasst basierend auf den wichtigen Forschungsergebnissen von 2025 evidenzbasierte medizinische Belege und klinische Entscheidungsfindungen für verschiedene Behandlungsphasen dieses Brustkrebs-Subtyps systematisch zusammen und behandelt dabei 10 zentrale Schwerpunktthemen. In der frühen neoadjuvanten Therapie haben endokrine Therapie und Chemotherapie bei bestimmten Patientengruppen eine vergleichbare Wirksamkeit gezeigt. Die Kombination aus cyclinabhängigen Kinase 4/6 (cyclin-dependent kinase 4/6, CDK4/6)-Inhibitoren mit endokriner Therapie zeigt eine biologische Hemmwirkung. Neue Medikamente wie Lasofoxifen, Giredestrant, Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (antibody-drug conjugate, ADC) und Immuntherapie erweitern die präoperative Behandlungsoptionen, haben das Behandlungsschema jedoch noch nicht verändert. Die frühe adjuvante Therapie betont eine individualisierte Strategie basierend auf der Rezidivrisikostratifizierung; die 15-Jahres-Follow-up-Ergebnisse der SOFT/TEXT-Studien untermauern den langfristigen Nutzen der Ovarialfunktionssuppression in Kombination mit Aromatasehemmern bei prämenopausalen Patienten mit mittlerem bis hohem Risiko; Langzeit-Follow-up-Daten der CDK4/6-Inhibitoren Abemaciclib, Ribociclib und Dalciclib bestätigen deren zentrale Rolle in der verstärkten adjuvanten Therapie bei Patienten mit mittlerem bis hohem Risiko. Die lidERA-Studie zeigte die Überlegenheit des oralen selektiven Estrogenrezeptor-Degraders (selective estrogen receptor degrader, SERD) Giredestrant gegenüber der herkömmlichen endokrinen Therapie und stellt eine neue Option für Patienten mit mittlerem bis hohem Risiko dar. In der Erstlinienbehandlung der fortgeschrittenen Patienten zeigen drei CDK4/6-Inhibitoren in Kombination mit endokriner Therapie eine vergleichbare Wirkung. Kombinationstherapien mit Phosphoinositid-3-Kinase (phosphoinositide 3-kinase, PI3K) α-Inhibitoren bieten Vorteile für Patienten mit PIK3CA-Mutationen und endokriner Therapieresistenz. Die Überwachung von zirkulierender Tumor-DNA ermöglicht eine „frühe Erkennung und frühzeitigen Wechsel“ bei ESR1-Mutationen und fördert somit ein dynamisches präzises Management der Behandlung. In der Zweitlinientherapie nach der Ära der CDK4/6-Inhibitoren dominieren molekular stratifikationsgestützte, signalwegorientierte Strategien. Kombinationstherapien mit Inhibitoren der PI3K/Proteinkinase B (protein kinase B, AKT)/mammalian target of rapamycin (mTOR)-Achse bieten effektive Optionen für Patienten mit PAM-Signalwegstörung. Orale SERD und deren Kombinationsstrategien sind ein Schlüsselaspekt der Behandlung von Patienten mit ESR1-Mutationen. Dual-target-Inhibitoren von PI3K/mTOR bringen neue Hoffnung für Patienten mit wildtypischem PIK3CA. Zusammenfassend haben die Fortschritte des letzten Jahres die Behandlung von HR+/HER2--Brustkrebs schrittweise in Richtung Präzision und Dynamik vorangebracht. Zukünftig werden mit der Entdeckung neuer Zielstrukturen und der Entwicklung neuer Wirkstoffe personalisierte Therapiesysteme weiter verbessert, was eine nachhaltigere Krankheitskontrolle und langfristige Überlebensvorteile für Patienten verspricht.