Hintergrund und Ziel Schichtarbeit in der Nacht könnte mit einem erhöhten Krebsrisiko verbunden sein, jedoch fehlen prospektive bevölkerungsbasierte Evidenzen, insbesondere für die chinesische Bevölkerung. Diese Studie zielt darauf ab, vorläufig die Zusammenhänge zwischen verschiedenen Dimensionen der Nachtschichtarbeit (einschließlich Teilnahme an Nachtschichten, Alter beim Beginn der Nachtschichten, kumulative Anzahl der Jahre mit Nachtschichten und Nachtschichthäufigkeit) und dem Risiko für Frauenkrebs zu untersuchen. Methoden Es handelt sich um eine prospektive Kohortenstudie, basierend auf der Shanghai Women’s Health-Kohorte, die Informationen zur Nachtschichexposition mittels Fragebögen gesammelt hat und bei der neue Krebsfälle durch aktive und passive Nachverfolgung bestätigt wurden. Die Kohorte rekrutierte Frauen im Alter von 40 bis 70 Jahren, die die Ein- und Ausschlusskriterien in Changning, Shanghai, zwischen Dezember 1996 und Mai 2000 erfüllten. Ein Cox-Proportional-Hazards-Modell wurde verwendet, um die Assoziationen zwischen Nachtschichexpositionsvariablen und dem Krebsrisiko zu bewerten. Für kontinuierliche Indikatoren wurden diese direkt in das Cox-Modell aufgenommen, um lineare Trends zu prüfen; zusätzlich wurden restriktive kubische Splines verwendet, um potenzielle nichtlineare Zusammenhänge zu erkunden. Die Studie wurde von der Ethikkommission des Renji-Krankenhauses der Medizinischen Fakultät der Shanghai Jiao Tong Universität genehmigt (KY2024-050-C) und die informierte Einwilligung der Teilnehmerinnen eingeholt. Ergebnisse Insgesamt wurden 69.244 Frauen in die Studie aufgenommen. Nach einer durchschnittlichen Nachbeobachtungszeit von 15,8 Jahren traten 8.442 Krebsfälle auf. Multivariable adjustierte Hazardratios für Nachtschichterfahrung, Alter beim Nachtschichtbeginn, kumulative Nachtschichtjahre und Nachtschichthäufigkeit waren statistisch nicht signifikant. Alter beim Nachtschichtbeginn, kumulative Nachtschichtjahre und Nachtschichthäufigkeit zeigten ebenfalls keinen linearen Trend (P > 0,05) oder nichtlineare Assoziationen (P > 0,05) mit dem Krebsrisiko. Schlussfolgerung Es wurde kein signifikanter Zusammenhang zwischen Nachtschichterfahrung, Alter beim Beginn, kumulativen Jahren und Häufigkeit der Nachtschichtarbeit und dem Krebsrisiko bei Frauen festgestellt. Größere, gut gestaltete prospektive Studien sind erforderlich, um verlässliche epidemiologische Evidenz zu liefern.