Prognostischer Wert des Status und der Entwicklung der mesorektalen Faszie bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem Rektumkarzinom unter neoadjuvanter Chemoradiotherapie: Eine retrospektive Studie
Hintergrund und Ziel: Das durch MRT nachgewiesene Infiltrieren der mesorektalen Faszie (mesorectal fascia, MRF) ist ein wichtiger hochrisikobildgebender Marker bei lokal fortgeschrittenem Rektumkarzinom (locally advanced rectal cancer, LARC). Allerdings ist der prognostische Vorhersagewert im Kontext der neoadjuvanten Chemoradiotherapie (neoadjuvant chemoradiotherapy, nCRT) weiterhin umstritten. Ziel dieser Studie ist es, den Einfluss des positiven MRF-Status und seiner dynamischen Veränderungen auf das klinische Outcome der Patienten zu bewerten. Methoden: Retrospektive Analyse der klinischen Daten von 1159 LARC-Patienten, die zwischen 2018 und 2024 im Fachbereich Kolorektale Chirurgie des Tumorzentrums der Fudan-Universität behandelt wurden und die Ein- und Ausschlusskriterien erfüllten sowie nCRT gefolgt von radikaler Operation erhielten. Die Patienten wurden basierend auf ihrem basalen MRF-Status (positiv vs. negativ) gruppiert, und eine 1:2 Propensity-Score-Matching (PSM) wurde durchgeführt, um klinisch-pathologische Merkmale auszugleichen. Die krankheitsfreie Überlebenszeit (disease-free survival, DFS) und das Gesamtüberleben (overall survival, OS) wurden mittels Kaplan-Meier-Methode und Cox-Regression analysiert, zudem wurde innerhalb der MRF-positiven Subgruppe eine multivariate Analyse durchgeführt, um prognostisch relevante Faktoren zu identifizieren. Die Studie wurde vom Ethikkomitee des Tumorzentrums der Fudan-Universität genehmigt (1807188-10-2001B) und die Patienten haben ihre informierte Einwilligung gegeben. Ergebnisse: Insgesamt wurden 1159 Patienten eingeschlossen, davon waren 270 (23,3 %) MRF-positiv. Vor PSM betrug die 5-Jahres-DFS-Rate bei MRF-positiven Patienten 73,2 %, die OS-Rate 78,9 %, was signifikant niedriger war als bei MRF-negativen Patienten (86,7 % und 90,5 %, P<0,001). Nach 1:2 PSM blieb die 5-Jahres-DFS-Rate in der MRF-positiven Gruppe mit 70,4 % und die OS-Rate mit 76,5 % signifikant niedriger als in der MRF-negativen Gruppe (84,1 % und 88,7 %, P=0,002, P=0,004). Die multivariate Analyse innerhalb der MRF-positiven Kohorte zeigte, dass mrT4-Stadium, mrN2-Stadium und Miles/Hartmann-Verfahren unabhängige ungünstige Prognosefaktoren sind, während ein radiologisches „Upgrade“ von positiv zu negativ bei MRF nicht unabhängig mit einer verbesserten Prognose assoziiert war. Bei Patienten mit zuletzt präoperativ positiver MRF in der MRT bestätigte die pathologische Untersuchung einen positiven zirkumferenziellen Rand nur bei 7,2 %, was auf eine begrenzte Spezifität der MRT bei der Beurteilung der MRF hinweist. Fazit: Der durch MRT beurteilte positive MRF-Status bleibt ein wichtiger unabhängiger Marker für eine schlechte Prognose bei LARC-Patienten, was auch nach PSM-Matching signifikant ist. Die radiologische „Umwandlung“ der MRF kann jedoch nicht unabhängig prognostizieren, und postoperative pathologische Ergebnisse bei MRF-positiven Fällen können weiterhin negative Ränder zeigen. Aufgrund der Einschränkungen der MRT-Bewertung des MRF-Status sollten für MRF-positive Patienten aktiv individualisierte Bewertungsstrategien entwickelt werden, um chirurgische Behandlungsmöglichkeiten zu gewährleisten.
关键词
lokal fortgeschrittenes Rektumkarzinom;mesorektale Faszie;neoadjuvante Chemoradiotherapie;Prognose;retrospektive Studie;multivariate Analyse